Gut zwei Wochen Namibia gehen heute zu Ende. Es ist halb elf. Heute Nachmittag um halb sechs werden wir abgeholt und kurz nach acht geht der Flieger.
Ich liege am Pool des Touristenhotels und warte, dass die Zeit rumgeht. Ein guter Zeitpunkt für ein Resümee.
Diese Reise war eine der schönsten Reisen, die ich je gemacht habe. Namibia ist so wunderschön und vielfältig, wie ich es mir nicht hätte vorstellen können.
Wüste bestimmt das Land. Wüste in allen Ausprägungsformen. Als unendlich weites Land oder mit wunderbaren und immer wieder anderen Steinsformationen. Und in den schönsten Farben: von der blassgelben Weite der Namib bei Swakopmund über die wunderbar roten, 400 m hohen Dünen bei Sossusvlei bis zu den tiefroten Gesteinsformationen bei Twyfelfontein.
Ich konnte mich an den Landschaften gar nicht sattsehen. Die 3.800 km im Bus wurden nie langweilig. Immer wieder gab es auch Tiere zu sehen: Antilopen, Zebras, Strauße, ... in freier Natur. Einfach wunderbar!
Wenn ich die Highlights benennen soll, tue ich mir schwer: die Reise bestand eigentlich nur aus Highlights! Ich versuch's mal.
Etosha-Nationalpark
In einem offenen Geländefahrzeug durch den riesigen Nationalpark zu fahren und wilde Tiere - Antilopen, Giraffen, Zebras, Gnus, Spingböcke, Nashörner - in ihrer natürlichen Umgebung zu beobachten.
Die Dünen von Sossusvlei
Mehr als 400 m hoch. Wunderbar feiner, roter Sand, soweit das Auge reicht. Wir waren zwei Stunden unterwegs und waren dennoch noch längst nicht oben angekommen. Phantastisch!
Der Ausflug mit dem Katamaran von Walfishbay.
Robben und Pelikane direkt an Bord. Eine riesige Robbenkolonie aus nächster Nähe.
Das Chamäleon auf dem Arm bei der Wüstentour.
Der Gepard, den ich streicheln durfte, und der dann geschnurrt hat. Hätte ich am liebsten mitgenommen!
Und natürlich der krönende Abschluss: die Fahrt am letzten Abend durch die Kalahari und das Abendessen in den Dünen. Perfekt arrangiert und zum richtigen Zeitpunkt. Besser hätte es nicht sein können. Einfach genial!
Die Reisegruppe war aus meiner Sicht absolut in Ordnung. Bis auf die Österreicher vielleicht... ;-)
Da waren die zwei 'Uschis', geboren in Chemnitz, die zwar seit Jahren in Mainz und Frankenthal leben, aber immer noch reinrassigen sächsischen Dialekt sprechen. Ständig war irgedwas: mal ist einer mit der Taschenlampe um das Zelt, mal war ein Skorpion im Zimmer...
Oder der Schwule aus Bautzen, der mit seiner Mutter da war. Er bekommt den ersten Preis für den meisten Schmuck und die meisten gerauchten Zigaretten.
Oder die drei aus Hamburg - ein Ehepaar, er mit blauer Brille und sie mit osteuropäischen Akzent und dann noch ein älterer Herr. Der Vater von ihm?
Oder das Paar aus dem Rheinland, die das erste mal eine Rundreise machen und sonst eigentlich nur auf die Kanaren fliegen.
Oder Karin, die alleine reist und in der Jugendherberge in Hamburg arbeitet.
Oder das Paar aus dem Schwäbischen, die sich immer korrigieren, wenn der andere was Falsches erzählt ('Mein Mann isch für die Fakte zuständig.').
Hm. Tja. Und die vier Österreicher, die immer in der ersten Reihe im Bus saßen, am Pool die Liegen als erste reserviert hatten, denen aber sonst schwer ein 'Guten Morgen' oder gar ein Gespräch zu entlocken war.
Und dann die vier, mit denen wir uns am meisten (und am besten!) unterhalten haben: Arno und Ina aus dem Ruhrgebiet. Zwei Alt-68 er. Er medizinischer Soziologe (?), sie Kindergärtnerin (?).
Und Burkhardt und Petra aus Neuruppin. Er mit Rauschebart wie ein Professor, sie mit einer Augenkrankheit und eingeschränkter Seekraft.
Mit den Vieren konnte man vortrefflich über die - mutmaßlichen - sozialen und politischen Verhältnisse in Namibia diskutieren.
Oh Gott! - die lesen ja vielleicht diesen Post... - Wenn ich hier was falsch wiedergegeben habe, dann bitte einen deftigen Kommentar schreiben! ;-)
Interessant: die Vier haben sich lange vor der Wende mal auf einem Campingplatz in Masuren kennengelernt und sind seitdem in Kontakt. Sie haben sich nach der Wende erstmals gegenseitig besucht und fahren gemeinsam in Urlaub. Schön, das so was so lange hält.
Ja, und wir zwei, bei denen sich wahrscheinlich auch der eine oder andere gefragt hat, wie das zusammengehört. Die Freundschaft zu Markus war während des Urlaubs auf einem Tiefpunkt. Aber das ist eine eigene Geschichte.
Und natürlich Viktor, der Reiseleiter und Busfahrer. Sehr routiniert, alles perfekt organisiert. Kein Wunder bei 18 Fahrten im Jahr. Lediglich der Zeitplan hätte manchmal etwas Lockerer sein können (später losfahren!) und über seine manchmal seltsamen Ansichten hatte ich ja schon berichtet.
Über das Essen und die Lodges kann man sich auch überhaupt nicht beschweren. Das Essen war, bis auf das Hotel in Windhoek immer wunderbar und hygienisch einwandfrei. Die Lodges waren sehr individuell. Meist in einer atemberaubenden Umgebung, und jede anders als die andere.
Running Gag war aber die Sache mit der Bestellung. Ina bestellte zum Beispiel immer einen Weißwein, bekam aber grundsätzlich erst mal einen roten, dann gar nichts, dann irgendwas anderes - und dann, als sie mit dem Essen fertig war, das Glas Weißwein. Vielleicht auch zwei...
Zusammenfassend: eine rundum gelungene Reise, die ich nur jedem empfehlen kann. Namibia ist eine Reise Wert!

Oh, da hätte es wohl doch eine Vorstellungsrunde geben müssen mit Namen, verwandtschaftlichem Verhältnis zu anderen Mitreisenden und sexueller Orientierung?
AntwortenLöschenGebt zu, Ihr habt die Österreicher nur nicht verstanden, wenn sie Euch guten Morgen gewünscht haben, ich aber auch oft nicht, wenn ich mal mit ihnen gesprochen habe:)
Irgendwer muss auch als letztes im Bus sein, gerade wenn es keine Gruppenweckrufe gab, aber sehr nett waren die beiden Damen aus Mainz und Umgebung.
Der "Schwule aus Bautzen" war gar nicht der Schwiegersohn? Den ersten Preis für die meist genutzten Pinkelpausen habt Ihr noch vergessen.
Die Barthelmänner und U.K., ein Freund der Familie kommen aus SH aus der Nähe von Hamburg, was U.K. sehr bedauert.
Es fängt halt nicht jeder so früh mit dem Reisen an. Aber die Rheinländerin hatte ein Teleobjektiv und er so einen Hut, wie Markus gerne haben möchte!
Fand es etwas anstrengend, dass die Vierergruppe immer zusammen sitzen wollte, aber sonst waren sie in Ordnung.
Das erfahrene Rundreisepaar aus Schwaben hatte einstimmig Tips auf Lager: gekühlte Getränke im Bus, Tritt für kleinere Mitreisende zum Einsteigen und geputzte Fenster für schönere Fotos aus dem Bus bei so langer Zeit in einem.
Dass man zum Streiten kein Paar sein muss, war nicht allen in der Reisegruppe klar. Die Wände sind auch in Lodges hellhörig...
Bleibe noch ich. Gebt Bescheid, falls Ihr extra die Namen geändert habt, muss ich meine Kommentare alle ändern. War eine schöne Tour mit Euch und den Anderen.
Tanja
Danke, Tanja, für die höchst hilfreichen Ergänzungen! :-)
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