Sonntag, 31. Januar 2016

Victor, unser Busfahrer und Reiseführer. Eine Nummer für sich.

Victor ist Deutsch-Namibianer. Er ist in Namibia geboren, seine Mutter auch.

Victor ist ein sehr guter Busfahrer. Unseren Reisebus auf LKW-Gestell lenkt er sicher über Namibias Straßen, die zum weitaus überwiegenden Teil Schotterstraßen sind.

Während der Fahrt gibt er die wichtigen Informationen zu den Sehenswürdigkeiten und zum Reiseverlauf durch und alles klappt perfekt. Soweit okay.

Befremdlich wirken auf uns allerdings seine Äußerungen, wenn es um das Leben in Namibia geht. Da fällt dann schon mal der eine oder andere Satz, der aus unserer Sicht politisch nicht korrekt ist. Zum Beispiel, dass 'alles den Bach runter geht, wenn keine Weißen mehr beteiligt sind' oder dass alles, was in Deutschland über den Herero-Aufstand veröffentlicht wurde, 'gelogen' sei.

Bei uns würde man sagen, Victor hat rechte Ansichten. Vielleicht verständlich, wenn man sich die Historie anschaut: Victor ist in einem Land groß geworden, in dem Apartheid galt und Schwarze Menschen zweiter Klasse waren.

Nun gilt sie nicht mehr und die Regierung versucht, die Lebenssituation der armen Bevölkerung - und das sind vor allem Schwarze - zu verbessern. Und das geht natürlich auch irgendwo zu Lasten der weißen Bevölkerung, was nicht unbedingt gut ankommt.

Vermutlich spiegelt Victors Sicht der Dinge die allgemeine Sicht der Deutschstämmigen in Namibia wieder. Aus dieser Sicht ist es interessant, das mal zu hören, auch wenn man Vieles nicht gutheißen kann.

Samstag, 30. Januar 2016

Die Vorhersage für morgen

Hummeldumm

Auf dem Weg nach Lüderitz haben wir heute in Helmeringhausen Station gemacht. Es handelt sich hierbei um einen Ort im Nirgendwo mit ca. 4 Häusern. Dort hatten wir nun wieder die Gelegenheit (nach unserem Apfelkuchen-Stop in Solitaire das zweite mal) den besten Apfelkuchen Namibias zu probieren. Wir haben uns dem allerdings verweigert. Interessant dass es so viele "Beste Apfelkuchen Bäcker" gibt in einem Land das aus klimatischen Gründen gar keine Äpfel in größeren Mengen produzieren kann.

Bekannt ist Helmeringshausen auch aus dem Buch Hummeldumm und hier insbesondere das Hotel Helmeringshausen. (korrektur: es sind nicht 4, sondern nur 3 Häuser plus ein Hotel!) Dieses Buch ist all jenen wärmstens zu empfehlen die mal nach Namibia wollen und dies (wie wir) mit einer Reisegruppe tun möchten. Wir hätten es mal vorher lesen sollen. Sehr lustig!

Den Kuchen haben wir übrigens gerade im Haus Woermann in Lüderitz nachgeholt. Sehr nette Location mit schönem Garten und super freundlicher Betreiberin des Cafés. Es gab lecker Curry Cake.
M.

10. Tag der Rundreise: Sossusvlei - Lüderitz

Lüderitz ist eine komische Stadt: es gibt viele wunderbar restaurierte Villen aus der Kaiserzeit, daneben stehen aber eher verkommene jüngere Gebäude, mit Bars, vor denen Schwarze mehr oder weniger herumlungern.

Der Warnhinweis aus dem Hotel, wo draufsteht, was man nicht machen soll, ist eine Seite lang. Die Kriminalität ist hoch. Heute, am Samstagmittag waren wenige Leute auf der Straße. Keine Weißen. Seltsames Stadtbild.

Es gibt wenige Sehenswürdigkeiten. Das Beste war noch ein Café in einem alten Haus, in dem eine freundliche, wohlbeleibte Engländerin selbstgebackenen Kuchen und 25 Sorten Tee anbietet.

Heute gab es eine relativ lange Fahrt (420 km), aber relativ wenig zu sehen.

Der erste Zwischenstopp war in Helmeringhausen, wo es den 'Besten Apfelkuchen Namibias gab (again!). Ganz kleiner Ort, in dem ein Hotel mit angegliedertem Café und Shop zu einer wahren Oase gestaltet wurde: in dem Garten ist es überall grün, es gibt einen Springbrunnen, einen Granatapfelbaum, ein großes Vogelnest und der Springbock läuft zwischen den Gästen herum.

Später haben wir ein Wasserloch angeschaut, an dem Wildpferde tränken - Pferde, die 1918 von den Deutschen freigelassen wurden, damit sie nicht den Engländern in die Hände fallen und seitdem als Wildpferde dieser Wüste leben und sich fortgepflanzt haben.

Schließlich waren wir am Dias-Kreuz, wo 1488 ein portugiesischer Seefahrer namens Dias an Land gegangen ist.

Cat Walk

Gestern durften wir endlich hautnah mit Raubkatzen in Kontakt kommen. Die Geparden durften wir sogar streicheln. Laut unserem Führer haben Geparden eher den Charakter eines Hundes, sie sind soziale Tiere und keine Einzelgänger und möglicherweise waren sie gerade sowieso satt!
M.

Diaz- Kreuz ( und hier das Bild!)

Sorry, Bild vergessen.

Das Diaz-Kreuz bei Lüderitz

Dieses Steinkreuz bzw. das Original dieser Replik wurde 1487 vom portugiesischen Seefahrer Diaz nahe der heutigen Stadt Lüderitz gesetzt. Es war das zweite dieser Art an der Küste des heutigen Namibia und sollte wohl Besitzansprüche kennzeichnen.
M.

Unser Reisebus

Freitag, 29. Januar 2016

Horrormeldung des Tages

Gabis Mann Kai ist heute gestorben. Brustkrebs, dann Blutungen im Gehirn. Das Ganze innerhalb weniger Tage. Unfassbar!

Das WLAN hier in den Lodges ist beschissen langsam

Deshalb verzögern sich alle Posts.

Sesriem-Canyon

Deadvlei

Wasser!! Wasser!!!!

9. Tag der Rundreise: Sossusvlei, Deadvlei und Sesriem Canyon

Tja. Was soll ich sagen? - Ein weiteres Highlight. Auf dieser Reise gibt es irgendwie nur Highlights... :-)

Die Dünen von Sossusvlei: mit knapp 400 m Höhe die höchsten Sterndünen der Welt. Aus wunderbar rotem Sand.

Daneben das Deadvlei: alle paar Jahre kommt hier tatsächlich mal Wasser hin und bildet dsnn einen See und eine Wasserstelle für Tiere - direkt in den Dünen. Das muss ein Anblick sein...!

Den Rest der Zeit sieht es aber aus wie ein totes Tal - Death Valley lässt grüßen -, was aber nicht minder spektakulär ist.

Es sieht fast aus wie eine riesige Installation moderner Kunst. Skurril und unwirtlich. Es ist immer wieder Wahnsinn, was die Natur alles zustande bringt!

Donnerstag, 28. Januar 2016

Den beste Apfelkuchen...

(südlich des südlichen Wendekreises) gibt es selbstverständlich bei Moose McGregors Wüsten-Bäckerei in Solitaire.
M.

Der rote Sand der Namib

Sundowner

Am Abend gab es noch eine Jeep-Fahrt von der Lodge auf die Höhe, mit einem atemberaubenden Blick auf das Tal zum Sonnenuntergang. Dazu Gin Tonic als Sundowner. Wunderbar.

Nachtrag zur Frau Nickel

Man beachte die Adresse auf unsrem Reisebus. Ich fühl' mich schon ganz zu Hause...
M.

Out of Rosenheim

'Solitaire' heißt der 'Ort' irgendwo im Niemandsland im Südwesten Namibias.

Es gibt hier eine Lodge, ein Café, einen kleinen Shop, eine Autowerkstatt, eine Tankstelle und Toiletten. Das war's.

Ach ja: und einen Erdmännchen-Bau. Zahme Erdmännchen, die einem aus der Hand fressen. Und es gibt hier den besten Apfelkuchen Namibias. Oder sogar Afrikas...!

Cooler Ort. Er erinnert wirklich mehr an Texas oder Arizona als an Namibia!